Triggerpunktbehandlung, Dry Needling, Systemische Narben-, Faszien- und Gewebemobilisation, Lymphdrainage  →

Manualtherapie:

nach den Konzepten von: Maitland, Böger, Cyriax, Bobath, Sensorische Intergration (J.Ayres)

Die Manualtherapie ist eine Behandlungsform in der Ergo- und Physiotherapie um Funktionsstörungen des Bewegungsapparates zu beheben. Diese Funktionsstörungen können Einschränkungen und Schmerzen sein. Mithilfe von gezielten Mobilisationen, Dehn- und Entlastungstechniken werden die Beschwerden gelindert. Nach der Therapie wird dem Patienten ein Übungsprogramm für zu Hause gezeigt, welches bei regelmässiger Ausführung den Behandlungserfolg massgebend unterstützt.

Folgende Beschwerden können behandelt werden:

Mit der Manualtherapie werden reversible Störungen des Bewegungsapparates behandelt. Bewegungseinschränkungen können an jedem Gelenk des Körpers entstehen. Sie treten besonders durch Bewegungsmangel, nach Ruhigstellung oder nach Operationen auf. Dabei verkürzen nicht nur Muskeln, sondern auch andere gelenkumgebende Strukturen, wie z.B. die Gelenkkapsel und die Gelenksbänder. Diese kann der Patient oft nicht mehr alleine ausreichend aufdehnen. Deshalb unterstützen wir den Patienten je nach Bedarf mit verschiedenen manuellen Behandlungstechniken.

Folgende Diagnosen können behandelt werden:

  • Arthrose
  • Gelenkblockierung
  • verminderte Gelenkbeweglichkeit, Bewegungseinschränkungen
  • nach Entzündungen von Gelenken
  • nach Operationen und Ruhigstellung
  • Instabilitäten
  • Migräne und Kopfschmerz
  • Schwindel
  • Kiefergelenksprobleme

Triggerpunkttherapie:

Ziel der Triggerpunktherapie ist die Beseitigung von Triggerpunkten und die dadurch verursachten Schmerzen.

Ein Triggerpunkt ist eine spürbar verhärtete Stelle in einem verspannten Muskel, dessen Faszie (Muskelhaut) oder Sehne, in welcher auf einen Druck hin Schmerz ausgelöst wird. Außerdem kann ein Übertragungsschmerz (reffered pain) entstehen, dabei führt ein Triggerpunkt zu Schmerzen in ganz anderen Körperregionen. Durch verschiedene Faktoren wie Überbelastung, Fehlbelastung, zu wenig Bewegung oder auch durch schmerzbedingte Schonhaltung kommt es zu einer Minderdurchblutung im Bereich des Triggerpunktes. Dieser wird somit nicht ausreichend mit Energie versorgt und zieht sich zusammen. Entsteht diese Verhärtung dauerhaft, besteht wiederum die Gefahr einer schmerzbedingten Schonhaltung, welche die Entstehung weiterer Triggerpunkte begünstigt. Finden sich mehrere Triggerpunkte, wird dies als myofasziales Schmerzsyndrom bezeichnet.

Die häufigsten Ursachen der Entstehung von Triggerpunkten sind Bewegungsmangel und Fehlbelastung. Eine Fehlbelastung ist eine Belastung, für die der Körper von Natur aus nicht gemacht wurde. Dazu gehört beispielsweise stundenlanges Sitzen am Arbeitsplatz, aber auch Schonhaltungen, welche oftmals nach Verletzungen unbewusst eingenommen werden. Auch angeborene Fehlstellungen können zu einer unnatürlichen Beanspruchung des Körpers führen.

Weitere Faktoren, die eine Rolle in der Entstehung von Triggerpunkten spielen, sind Arthrose und psychische Einflüsse wie zum Beispiel Stress. Oftmals basiert die Entstehung von Triggerpunkten nicht nur auf einem Einflussfaktor, sondern auf einem Zusammenspiel aus mehreren davon.

Wie funktioniert die Triggerpunkttherapie?

Zunächst muss der Triggerpunkt aufgefunden werden. Da jeder Triggerpunkt ein typisches Schmerzmuster bewirkt, erkennt der Patient den Schmerz, wenn der Therapeut Druck auf den Triggerpunkt ausübt. Das Ziel der Therapie ist es, diesen Triggerpunkt aufzulösen. Dies soll geschehen, indem die Stoffwechselprozesse der betroffenen Region aktiviert werden. Über das Nervensystem kommt es anschließend reflektorisch zur Entspannung der mit dem Triggerpunkt assoziierten Verhärtung. Schließlich sollen so verkürzte Bindegewebsstrukturen wieder aufgedehnt werden. Zur Durchführung der Triggerpunkttherapie gibt es verschiedene Verfahren, welche teilweise mit den Händen und teilweise mithilfe von Geräten erfolgen.

Ein verbreitetes Verfahren ist die sogenannte ischämische Kompression. Dabei drückt der Therapeut mit dem Finger oder einem Triggerstab direkt auf den Triggerpunkt. So erzeugt er einen anhaltenden Druck, welcher für den Patienten erträglich schmerzhaft ist. Nach etwa 10 bis 15 Sekunden lässt der Schmerz nach, dies ist dadurch begründet, dass die Spannung des Muskels herabgesetzt wird. Daraufhin steigert der Therapeut den Druck, was erneut zu erträglichem Schmerz führt. Wiederum reagiert der Körper mit einer Herabsetzung der Muskelspannung und somit mit einer Schmerzlinderung. Nach drei bis vier Durchgängen in 60 bis 90 Sekunden pro Triggerpunkt ist die Spannungssenkung ausgereizt, eine weitere Druckerhöhung kann die Muskelspannung nicht weiter reduzieren. Neben der ischämischen Kompression kann auch das Dry Needling (gezieltes Einführen einer Akupunkturnadel in den Triggerpunkt) eingesetzt werden, um die Verhärtung aufzulösen. Auch eine Blackroll kann zur Behandlung von Triggerpunkten verwendet werden.

Wichtig ist jedoch, dass die Triggerpunkttherapie zwar häufig die Schmerzen beseitigt, die Ursache jedoch weiterhin bestehen bleibt. Daher sollte unbedingt die Ursache der Entstehung des Triggerpunktes abgeklärt und behandelt werden.

Prävention und Prophylaxe:

Um der Entstehung von Triggerpunkten vorzubeugen, gilt es entsprechende Risikofaktoren weitestgehend zu reduzieren. Die vermutlich häufigsten Ursachen der Entstehung von Triggerpunkten sind repetitive Bewegungsabläufe, Bewegungsmangel und Fehlbelastung, beispielsweise durch langes nicht-ergonomisches Sitzen. Auch psychische Faktoren wie Stress sollten nicht unterschätzt und weitestgehend reduziert werden.

Prognose:

Die Prognose der Triggerpunkttherapie ist abhängig von der Komplexität der Beschwerden. Liegen lediglich einzelne Triggerpunkte vor, ist die Mehrzahl der Patienten nach nur wenigen Sitzungen beschwerdefrei. Sind die Beschwerden komplizierter, betreffen sie mehrere Muskeln oder kehren immer wieder, wird eine längere Behandlung nötig. Generell ist stets zu beachten, dass die Triggerpunkttherapie zwar häufig den Schmerz beseitigt, jedoch nicht dazu in der Lage ist, die ursächlichen Faktoren zu beseitigen. Das Herausfinden und Beseitigen dieser Faktoren ist daher essentiell, um das Wiederkehren schmerzhafter Triggerpunkte zu verhindern.

Dry Needling:

Eine alternative zur Triggerpunkttherapie mit den Händen ist das Dry Needling. Dabei sticht der Therapeut mit einer feinen Akupunkturnadel mitten in den Triggerpunkt. Das Eindringen der Nadel ist kaum spürbar, wohl aber das Zusammenzucken des Muskels, wenn die verhärtete Stelle getroffen wird. Die verhärtete Muskulatur wird besser durchblutet und Spannungen werden abgebaut.

Lymphdrainage:

Die Manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte Methode, um den Rückfluss der lymphpflichtigen Lasten anzuregen. Lymphpflichtige Lasten sind u.a. Wasser, Fette, tote Zellen, Hyaluronsäure, Eiweisse. Die Therapie besteht aus verschiedenen Aspekten wie: Manuelle Lymphdrainage, Hautpflege, Kompression (Bandage oder Kinesio-Taping) und Entstauungsübungen.

Systemische Narben-, Faszien- und Gewebemobilisation:

 Narbenmobilisation:

Für Patienten nach chirurgischen Maßnahmen ist auch die Nachbehandlung der Narbe besonders wichtig. Narben zum Beispiel an der Hand sind oft besonders empfindlich.

Positives Einwirken auf das Narbengewebe:

In der reparativen Phase nach der Operation und bei der Reifung der Narbe entstehen für den Patienten häufig Bewegungseinschränkungen und -behinderungen durch das Narbengewebe. Wir wenden in unserer Praxis verschiedene Methoden an, um positiv auf das Narbengewebe einzuwirken.

Folgende Methoden werden bei der Narbenbehandlung angewendet:

  • Narbenmassage
  • Narbenpumpe, die feine Narbenverwachsungen löst
  • Mobilisation und Dehnung der Narbe
  • Desensibilisierung: das Berühren von verschiedenen Materialien oder Bewegen in verschiedenen Medien, Vibration und Wärme
  • Ultraschall verbessert als gewebsmobilisierende Maßnahme die Elastizität des Narbengewebes sowie die Verschiebbarkeit der Narbe. Außerdem wird die Hautdehnung erhöht.
  • Schienen
  • Kompression als Druck auf die Narbe
  • Silikonauflagen